Freitag, 31. Oktober 2014
   

Drei-Länder-Mini-Kreuzfahrt nach York

Klassenfahrt nach Brügge und York vom 12. bis 14. März war wieder ein voller Erfolg

Traditionen wollen gepflegt werden, und so brachen Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Vollzeit- und beruflichen Bildungsgängen unseres Berufskollegs einmal wieder zu der jährlich stattfindenden Reise in das europäische Mittelalter auf. Mit Brügge in Belgien und York in Nordengland werden innerhalb von zweieinhalb Tagen zwei Städte besucht, die die Entwicklung Europas mitgeprägt haben. So informierten sich die Schüler in Brügge bei strahlendem Sonnenschein über alte Handelswege, mittelalterliche Warensortimente, die Herkunft des Wortes und der Idee der Börse, lernten aber auch vor Ort etwas über das Leben im Mittelalter. In York konnte dieses Wissen dann vertieft werden, weil es sehr viele Parallelen zwischen beiden Städten gibt. Darüber hinaus bietet die Stadt im englischen Norden aber auch mit dem größten Eisenbahnmuseum Europas und der größten gotischen Kathedrale nördlich der Alpen weitere Höhepunkte. So lässt sich beispielsweise kaum irgendwo sonst als in der Kathedrale von York die Funktion der (weitestgehend erhaltenen) Kirchenfenster als quasi "Bibel-Power-Point"-Präsentation des Mittelalters erklären. Über solche Höhepunkte hinaus lässt die Einzelhandelsstruktur Yorks für Schüler eines kaufmännischen Berufskollegs spannende Vergleichsmöglichkeiten zu - und die Anwendung der englischen Sprache sichert für einen Tag das Überleben. Dass die nächtliche Überfahrt mit Showprogramm, Disco und Unterbringung in gemütlichen Kabinen Kreuzfahrtatmosphäre aufkommen ließ, rundete die Studienreise zu einer tollen Veranstaltung ab, die sicher im nächsten Jahr wieder stattfindet.

Christopher Wulff, OStR
(Berufskolleg Herne)

(Zum Vergrößern Photos anklicken) 

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Schülerbericht von Christian Balzer, HBFG 11 b

 Wir befinden uns im Jahre 2006 nach Christus. Ganz Europa wurde von teutonischen Touristenhorden besetzt.
....ganz Europa? Nein! Ein kleines Städtchen an der nordöstlichen Küste Britanniens konnte diesen Touristenhorden stand halten. Man munkelt, dass es an einem "magischen" Getränk namens TEE lag, die den britischen Leuten Kraft verlieh und von einen großohrigen Druiden names Charles zubereitet wurde ... andere sagen es lag einfach an den verkehrten Lebensweisen (darauf werde ich später ausführlichst eingehen! Anm. d. Autors), die es teutonischen Touristen unmöglich machte, dort lange zu verweilen. Bis zum 13. März 2006, als 2 Busse voller teutonischer Touristen anrollten, und ....naja lassen wir das! Jedenfalls wollten wir (also die Stufe 11 vom Westring) eine Kennenlernfahrt veranstalten und wählten das beliebte Reiseziel York aus, um uns besser kennenzulernen. Verliebte und frisch verheiratete Pärchen wählen auch Paris um sich vielleicht noch besser kennenzulernen und Stufen vom Berufskolleg am Westring wählen halt York dafür aus. Es verging eine Weile und wir mussten für diese Fahrt eine Menge Formalkram erledigen (darunter das äußerst beliebte Zettel-ausfüllen-und-zurück-geben-Spielchen). Irgendwann war es dann soweit und wir trafen uns am Sonntag, den 12. März 2006, um diese Reise ins Ungewisse anzutreten. Der gelbe "Graf's Reisen"-Bus wartete schon lange und wir gingen alle hinein, verabschiedeten uns von unseren Angehörigen und fuhren los. Unsere Reise führte uns zuerst in die belgische Stadt Brügge. Der Name "Brügge" geht auf das normannische Wort Bryggia zurück, was übersetzt "Anlegestelle" bedeutet. Ich habe mir es einfacher gemacht und schloss aus dem vermehrten Auftreten von Brücken in der Stadt, dass sich der Name "Brügge" einfach von "Brücke" ableitet. Unser lebendiger Stadtführer Herr Wulff sagte uns, dass es sich um das "Venedig des Nordens" handeln würde, da durch die mittelalterliche Innenstadt viele Kanäle fließen. Für mich ist diese Stadt als "Frikandel Venedig" in meinen Erinnerungen haften geblieben, da ich viel mehr Pommesbuden als Kanäle gezählt habe. Bei wirklich wunderschönem Wetter besichtigten wir die historische Innenstadt, die nie durch Kriege oder Brände zerstört wurde und komplett erhalten geblieben ist. Am Ende unserer gemeinsamen Führung trennten wir uns und teilten uns in Gruppen auf und besichtigten die Stadt im Alleingang weiter. Meine Begleiter und ich gingen gemütlich spazieren, bummelten ein wenig in den am Sonntag geöffneten Läden (sehr fortschrittlich!), suchten uns eine nette Pommesbude und machten einen kurzen Abstecher in die Liebfrauenkirche, eine wunderschöne gotische Kathedrale. Da die Sonne gerade durch die bunten großen Fenster fiel und noch etwas Weihrauch in der Luft war, erwartete uns ein atemberaubendes Lichtschauspiel, was nur schwer mit der Kamera festzuhalten war. Nach unserem schönen Abstecher nach Brügge ging es für uns weiter nach Zeebrügge, wo uns unsere Fähre schon erwartete. Auf der Fähre angekommen, bezogen wir sofort unsere großräumigen und luxuriösen Kabinen (an dieser Stelle benutzt der Verfasser das Stilmittel IRONIE. Anm. d. Autors). Ein beliebter Slogan unter uns war: "Ach, ... wer braucht schon Kabinen? Wir schlafen morgen früh im Bus!"Diese Idee wurde dann von einigen ganz oder teilweise umgesetzt. Im Boardrestaurant "The Four Seasons" wurden wir mit Küche aller Art verköstigt ... von europäischer bis asiatischer Kost, von kalter bis warmer Küche, von Fleisch aller Art bis Meeresfrüchte aller Art, gab es alles was man sich nur wünschen konnte. Um den Küchenchef nicht zu beleidigen und seine und seines gleichen Küchenkünste zu würdigen, verfuhren wir nach dem Motto "Nicht kleckern, sondern klotzen". In der Nacht herrschte ein schwerer Sturm auf der Nordsee, aber ein noch schwererer Stum herrschte in der Disco an Board der PRIDE OF BRUGES (so hieß unser Schiff). Die gesamte Stufe feierte, tanzte, kostete einige alkoholische Getränke und machte Party bis in die Puppen. Am nächsten Morgen sahen dementsprechend manche Gesichter aus (ich möchte dessen mich selbst nicht ausschließen) und unsere leicht benebelten Blicke richteten sich während des Frühstücks auf die ebenso leicht benebelte britische Küste. Als wir in Hull angelegt hatten, lernten wir sofort, dass einige Klischees, die man über Engländer hegt, nichts als der reinen Wahrheit entsprechen ... sie lieben es geordnet in langen Menschenschlangen anzustehen. Irgendwann, als wir endlich durch den Zoll waren, landeten wir im Bus. Endlich Schlaf, auch wenn es nur eine Stunde war!! Nach ca. 1 Stunde standen wir auf dem großen Parkplatz vor der Stadtmauer von York und wurden von unserem Busfahrer freundlich mit den Worten "Kommt ihr zu spät zurück, könnt ihr euch den Bus von hinten angucken!" verabschiedet. Dann ordneten wir uns hinter unseren Stadtführern und unsere Führung quer durch den historischen Kern von York begann. Bei netten 0 bis 1 Grad Celsius im Schatten und leichten Orkanböen, besichtigten wir die Stadtmauer, das York Minster, die legendären Shambles (eine alte Straße, wo früher viele Fleischereien waren) und vieles mehr. York wurde von den Römern gegründet, als letzte Enklave vor dem Hadrians Wall, der das Römische Reich vor den "Barbaren" aus dem Norden schützen sollte, und selbst Kaiser Konstantin wurde in York zum Kaiser des Imperiums gekrönt. Die Silhouette der Stadt wird vom York Minster beherrscht und irgendwann führte uns Herr Wulff auch in diese riesige Kathedrale, die die größte nördlichste gotische Kathedrale von Europa ist. Auch in dieser Kathedrale erwarteten uns viele viele große und bunte Fenster. Einige nannten es eine "mittelalterliche PowerPoint Präsentation zur Bibelgeschichte", andere hingegen nannten es einen "Window Colour Exkurs mit dem Erzbischof von Yorkshire". Dort entdeckten wir auch ein versteinertes Abbild von unserem Sportlehrer. Nachdem wir durch die ehrwürdigen und beeindruckenden Hallen dieser Kathedrale gegangen waren, sammelten wir uns im Kapitelsaal und wurden von den Lehrern verabschiedet und konnten in York nun unseren eigenen Rundgang in Gruppen machen. Meine stillen Begleiter und ich durchstöberten einen Plattenladen und lernten, dass man im BAKERS OVEN (einer Bäckerei) Sandwiches zum "Take Away" nicht im Laden essen darf, gingen spazieren, und zur Post (wo man auch mal Windeln und Kinderkleidung und nicht nur Briefmarken verkauft), und ich wurde durch die Anzahl der Briefkästen mehr als verwirrt. Später führte uns unser Weg ins "Ye Olde Starre Inne" (Ich hätte meinen Glauben darauf verwetten können, dass man letztes Jahr durch die rechte Gasse gehen musste, und nicht durch die linke!! Anm. d. Autors ) einen der ältesten Pubs in York, wo wir gleich die englische Bierqualität prüfen konnten ... A Biest wat sich nix jönnt! Unser Aufenthalt endete gegen 18 Uhr, als wir mit dem Bus zurück nach Hull fuhren und auf die größere Fähre PRIDE OF ROTTERDAM zurück nach "Good Ol' Europe" fuhren. Wir speisten wieder wie "ein Gott in Frankreich" (allerdings fehlten dieses Mal die Schrimps! Anm. d. Autors) und gingen in die Disko um der Reise ein würdiges Ende zu bereiten. Dort konnten einige das Balzverhalten britischer Hooligans beobachten, die am nächsten Morgen mit einer Freikarte fürs Gefängnis und freundlichen Empfehlungen der belgischen Polizei übergeben wurden. Jedenfalls hatten wir wieder eine Menge Spaß in und um die Disco. Am nächsten Morgen quälten wir uns aus dem Bett, quälten uns zum Frühstück, quälten uns durch den Zoll, quälten uns in den Bus und schliefen kollektiv ein, außer ein paar wenigen Ausnahmen ... wie der Möchtegern-Pavarotti neben mir. Schließlich kamen wir in Herne wieder an und die Reise war vorbei. Ich für meinen Teil habe ein paar nette Erinnerungen daran und bin froh das Ganze nochmal erlebt zu haben und freue mich schon auf's nächste Mal, wenn wir wieder auf Reisen gehen! Ich hoffe, dass ich den verehrten Lesern hiermit ein wenig amüsieren und einen kurzen Überlick über unsere Yorkfahrt verschaffen konnte. Farewell, Christian Balzer

 

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