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BeKosch
Berufliche Kompetenzen für Schausteller [BeKoSch]

Nach dem Haupt- oder Realschulabschluss ist es in der Bundesrepublik für viele Jugendliche Tradition aber auch Pflicht, neben der praktischen Ausbildung im Betrieb, die Berufsschule zu besuchen. Dies war bisher für den Schaustellernachwuchs schwierig, da ihre Ausbildungsstelle zumeist der elterliche Betrieb ist. Während der Reisezeit auf der Fahrt von Kirmes zu Kirmes bleibt eigentlich keine Zeit, die Berufsschulpflicht zu erfüllen. Wegen dieser besonderen Bedingungen hat das Land NRW in Abstimmung mit den Schaustellerverbänden den Schulversuch "Bekosch" (Berufliche Kompetenzen für Schausteller) gestartet und an den Berufskollegs der Stadt Herne ein berufsschulisches Angebot eingerichtet, das als Blockunterricht während der Wintermonate für reisende Jugendliche berufsspezifische Inhalte im kaufmännischen sowie gewerblich-technischen Bereich anbietet.

Auch in 2009 haben 74 Jugendliche in Herne die Schulbank gedrückt und sich Grundkenntnisse in BWL, EDV, Buchführung oder Schweiß- und Airbrushtechnik erarbeitet. Auch stand in diesem Jahr der Erwerb des Ersthelferscheins wieder auf dem Stundenplan: 16 Stunden lang erfuhren die Schülerinnen und Schüler unter der Aufsicht des Deutschen Roten Kreuzes alles über Mund-zu-Mund-Beatmung oder die stabile Seitenlage und legten damit den Grundstein für die Führerscheinprüfung für den LKW oder PKW. Aber auch der Spaß kommt während der Zeit in Herne nicht zu kurz. Denn schnell lernt man sich kennen und unternimmt etwas gemeinsam nach dem Unterricht.

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 Schülerinnen und Schüler der Lehrgänge 2009 beim EDV-Unterricht

Die Teilnehmer kommen aber nicht nur aus NRW, sondern auch aus dem ganzen Bundesgebiet, denn auch die dortigen Schulämter erkennen die Lehrgänge in Herne als Berufsschulpflichtzeit an. Hierfür müssen die Jugendlichen in 3 Jahren insgesamt 12 Wochen Blocklehrgänge besuchen, die während der Reisezeit durch Fernlehrgänge ergänzt werden. Das Fernlernangebot wird zeitgemäß internetbasiert per PC als sog. "eLearning" aufgebaut. Schülern und Schülerinnen, die nicht das gut ausgebaute Nahverkehrssystem im Ruhrgebiet zur täglichen Anreise nutzen können, steht ein sozialpädagogisch begleitetes Schülerinternat der Handelskammer Dortmund in Dortmund-Mengede zur Verfügung; dieses allerdings auf eigene Kosten. Aber auch die eigene Suche nach einer wunschgemäßen Unterbringung ist möglich.

Die Lehrgänge sind für die Schülerinnen und Schüler kostenlos, erfordern aber seitens des Herner Berufskollegs einen überdurchschnittlichen Einsatz von Ressourcen. Um diese effektiv zu nutzen, peilt man die Zahl von ca. 70 Schülern pro Jahr an (bei Bedarf kann diese Zahl aber auch ausgeweitet werden). Eine solche Teilnehmerzahl würde sicherlich auch die Landesregierung NRW überzeugen, den Schulversuch in ein dauerhaftes Angebot zu überführen. Um diese Zahl zu erreichen, hoffen die beteiligten Schulen auf die Unterstützung der Schaustellerverbände, Eltern und interessierten Jugendlichen.

 

Beratung und Anmeldung :

Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung
der Stadt Herne, Westring 201, 44629 Herne
Ansprechpartner: Franz-Josef Berkenkötter
Telefon: (02323) 16 26 31, Fax: (02323) 16 27 38
Weitere Informationen finden Sie unter Bezirksregierung Arnsberg.  

 
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